Die gelbe Seuche von Wien

Wien ist schön. Da gibt es kaum etwas dran zu rütteln.

Doch seit ein paar Monaten gibt es etwas, das ein wenig nervt. Ich bin ja kein Suderant oder irgendein Spießer, die Grundidee ist ja auch irgendwie interessant. Doch am Ende entpuppt sich die reale Nutzung als nervtötend, ärgerlich und letztendlich auch gefährlich. Ich rede hier von den gelben ofo und obikes in Wien.

Seit August 2017 ist es nun möglich, neben dem bestehende Citybike Netz auch über ofo oder obike ein Fahrrad für eine kurze Dauer zu mieten. Der Unterschied: der bereits länger bestehende Anbieter Citybike hat eine feste Infrastruktur. Räder müssen von verschlossenen Parkständern aus entnommen und auch wieder an (egal welchem) Parkständer des Netzes zurückgestellt werde. Ergo: diese Räder sind sauber geparkt wenn man sie nicht benötigt.

ofo und obike jedoch nicht. Es gibt zwar Regeln der Anbieter, wie man die Fahrräder parken soll, doch in der Praxis (um es wienerisch auszudrücken) scheißn sich die Nutzer nix. Die Räder stehen wild in der Gegend herum, wenn sie überhaupt stehen. Sie liegen, sie fliegen, sie hängen und  sie gammeln kaputt in den Bezirken herum.

 

 

Das System krankt!

ofo und obike machen es sich für Wien (und auch generell) sehr einfach: sie stellen einfach ein paar tausend Räder in der Stadt ab, sprechen eigene Regeln für das Parken aus und diese werden einfach nicht eingehalten. Und daher findet man die Räder überall in der Stadt, nur eben nicht an den Plätzen, wie sie das Regelwerk (in eigener Einfachheit) vorschreibt.

 

 

Ja, in meinen Augen machen die Anbieter es sich zu einfach und es ist schon ärgerlich, wenn man im Dunkeln auf dem Gehsteig ein weggeschmissenes Fahrrad vorfindet (ich warte ja auf den Tag, wo mir mal mein rechter Fuß ordentlich ausrutscht …). Ebenso nervig, wenn die Dinger in Haltestellenwartebereich herumstehen, denn, liebe Anbieter ofo und obike, es ist NICHT meine Aufgabe, diese Räder ordnungsgemäß aus den Wartebereichen zu entfernen. Ich meine, ich entferne so ein Rad gerne, wenn es mir beim Warten im Wege steht, aber für „ordnungsgemäß” werde ich nicht bezahlt.

 

 

Aber ich glaube, bereits andere unzufriedene Passanten sorgen schon dafür, dass diese Räder nicht mehr im Wege herumstehen und sich zueinander gesellen. Da muss ich selbst nicht mehr eingreifen.

 

 

Aber ich kann versprechen, sollte ich jemals so ein Rad in meiner Hauseinfahrt vorfinden, dann kommt es INS Haus und der Betreiber kann es sich persönlich abholen. Also wäre das beispielsweise mein Billa Markt (siehe nächstes Foto), dann hätte ich die Räder in Gewahrsam genommen und für die Unterbringung zudem Abstellgebühren verlangt.

 

 

Denn ganz ernsthaft, liebe ofo und obike, bei so einigen dieser gelben Dinger kann man sich sicher sein, dass sie noch länger im Wege rumstehen, denn wer will mit so einem Rotz denn herumfahren? Also ich zumindest nicht, ich glaube, mit dem folgenden Rad kann auch keiner mehr ohne Reparatur herumfahren.

 

 

Ich glaube man merkt ein wenig, dass ich auf dieses Verleihsystem (nicht mehr) gut zu sprechen bin. Es ist schlichtweg nicht nachhaltig genug. Zum einen sehe ich natürlich die Schuld bei den Nutzern, ganz klar, denn diese Art der Nutzung ist regelwidrig und auch einfach eine Sauerei.

Ich sehe zum anderen aber auch die Anbieter in der Schuld, die es sich mit diesem System viel zu einfach machen. Es ist ein wenig eine Art „fire & forget”: erstmal ein paar tausend Räder in der Stadt abstellen und dann die Leute fahren lassen. Zur Info, liebe ofo und obike, das funktioniert so nicht. Und glaubt ja nicht, dass meine Bilder gezielt zusammengesuchte Fotos sind. Nein, die habe ich alle selbst aufgenommen und stammen aus den letzten Tagen. Mein Tipp daher: macht euch Gedanken, bevor sich genervte Menschen Gedanken machen!

 


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